CBDP, auch Cannabidiphorol genannt, gehört zu den neuen Cannabinoiden, die in der Hanfbranche, in Analyselabors und bei Verbrauchern, die die rasante Entwicklung des Marktes nachvollziehen möchten, zunehmend Aufmerksamkeit erregen. Sein Name taucht neben anderen, bekannteren Molekülen wie CBD, CBG, CBN, THCP oder H4CBD auf. Im Gegensatz zum klassischen Cannabidiol ist CBDP jedoch nach wie vor eine wenig erforschte Verbindung, die von der breiten Öffentlichkeit kaum verstanden und manchmal allzu vereinfacht dargestellt wird.
Theoretisch ist CBDP ein natürliches Phytocannabinoid, d. h. eine Verbindung, die in der Pflanze Cannabis sativa L. vorkommen kann. Es ist chemisch dem CBD ähnlich, unterscheidet sich von diesem jedoch durch eine längere Seitenkette. Dieser strukturelle Unterschied ist wichtig, da bei bestimmten Cannabinoiden die Länge der Alkylkette die Wechselwirkung mit verschiedenen biologischen Rezeptoren beeinflussen kann. Insbesondere dieser Punkt hat seit der Identifizierung von CBDP als natürlicher Verbindung im Jahr 2019 das Interesse der Forscher geweckt.
Der vorliegende Text erinnert zu Recht daran, dass CBDP lange Zeit als synthetische Verbindung galt, bevor es als natürliches Phytocannabinoid identifiziert wurde, und dass es häufig mit CBD, THC und THCP verglichen wird. Er geht auch auf mögliche Wirkungsweisen ein, insbesondere entzündungshemmende, schmerzstillende, angstlösende oder neuroprotektive, räumt jedoch ein, dass die Studien noch vorläufiger Natur sind.
CBDP: Wissenschaftliche Definition von Cannabidiphorol
CBDP ist das Heptyl-Analogon von CBD. Das bedeutet, dass es eine Molekülstruktur aufweist, die der von Cannabidiol sehr ähnlich ist, jedoch eine Seitenkette besitzt, die aus sieben Kohlenstoffatomen besteht, anstatt aus fünf wie beim klassischen CBD. Diese Veränderung mag geringfügig erscheinen, doch in der Cannabinoid-Pharmakologie können bereits kleine strukturelle Abweichungen die Affinität eines Moleküls zu bestimmten Rezeptoren oder Enzymen beeinflussen.
CBDP wurde in einer bedeutenden wissenschaftlichen Veröffentlichung aus dem Jahr 2019 isoliert und charakterisiert – derselben Studie, in der auch THCP beschrieben wurde, ein weiteres seltenes Cannabinoid, das großes Interesse geweckt hat. Darin berichteten die Forscher erstmals über die Isolierung und vollständige Charakterisierung von zwei Heptyl-Homologen von CBD und Δ9-THC: CBDP und THCP.
Man muss jedoch einen wichtigen Unterschied beachten: Die Tatsache, dass ein Molekül in der Pflanze nachgewiesen wurde, bedeutet nicht, dass es dort von Natur aus in großen Mengen vorkommt. Die vorliegenden Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass CBDP in bestimmten Cannabisprofilern nur in Spuren nachweisbar war, was erklärt, warum handelsübliche CBDP-haltige Produkte unter Umständen sehr spezifische Extraktions-, Isolierungs- oder Verarbeitungsverfahren erfordern. Eine aktuelle Veröffentlichung weist zudem darauf hin, dass die natürliche Verbreitung von CBDP und seine biosynthetische Prävalenz noch besser dokumentiert werden müssen.
Warum wird CBDP mit CBD verglichen?
CBDP wird aus einem einfachen Grund mit CBD verglichen: Ihre Molekülstrukturen sind ähnlich. Beide gehören zur Familie der Cannabinoide vom Cannabidiol-Typ. CBD ist heute weitaus bekannter, besser erforscht und im Wellnessbereich weiter verbreitet. Es ist dafür bekannt, dass es keine mit THC vergleichbare psychotrope Wirkung hat, und es gibt dazu eine weitaus umfangreichere wissenschaftliche Literatur.
CBDP hingegen ist in der modernen Forschung noch relativ neu. Sein Wirkprofil kann daher nicht einfach als „stärkere“ Version von CBD dargestellt werden. Diese Vorstellung ist in werblichen Inhalten weit verbreitet, wissenschaftlich gesehen jedoch zu vereinfachend. Ein Molekül kann einem anderen strukturell ähnlich sein, ohne jedoch genau dieselben Wirkungen zu entfalten, dasselbe Sicherheitsniveau aufzuweisen oder mit derselben Intensität auf dieselben biologischen Zielstrukturen einzuwirken.
Die vorliegenden In-vitro-Studien zeigen, dass CBDP besondere biologische Wechselwirkungen aufweist, doch reichen diese Daten nicht aus, um die Wirkungen beim Menschen genau vorherzusagen. Eine im Jahr 2024 veröffentlichte Studie, in der CBD und CBDP hinsichtlich ihrer Wirkung auf verschiedene Rezeptoren verglichen wurden, deutet darauf hin, dass CBDP ein eigenständiges pharmakologisches Profil aufweist, das insbesondere Wechselwirkungen mit bestimmten Cannabinoid- und Nicht-Cannabinoid-Rezeptoren umfasst; diese Ergebnisse sind jedoch als Laborergebnisse und nicht als endgültige klinische Beweise zu interpretieren.
Kurz gesagt: CBD ist ein etabliertes, erforschtes und gut dokumentiertes Cannabinoid. CBDP ist ein neuartiges Cannabinoid, das wissenschaftlich vielversprechend ist, aber noch nicht ausreichend erforscht wurde, um mit Sicherheit beschrieben werden zu können.
CBD, Endocannabinoidsystem und CB1/CB2-Rezeptoren
Um das wissenschaftliche Interesse an CBD zu verstehen, muss man sich zunächst mit dem Endocannabinoid-System befassen. Dieses biologische System ist an zahlreichen Prozessen beteiligt: Schmerzwahrnehmung, Entzündungen, Stimmung, Schlaf, Appetit, Gedächtnis, Stressreaktion und das allgemeine Gleichgewicht des Organismus. Es basiert insbesondere auf Rezeptoren, von denen die bekanntesten die CB1- und CB2-Rezeptoren sind.
CB1-Rezeptoren kommen vor allem im Zentralnervensystem vor, obwohl sie auch an anderen Stellen im Körper zu finden sind. CB2-Rezeptoren werden eher mit dem Immunsystem und Entzündungsreaktionen in Verbindung gebracht. THC ist dafür bekannt, die CB1-Rezeptoren stark zu aktivieren, was seine psychotropen Wirkungen erklärt. CBD hingegen wirkt nicht als starker direkter CB1-Agonist und weist einen komplexeren Wirkmechanismus auf.
Was CBDP betrifft, ist der Forschungsstand noch begrenzt. Die Annahmen zu seinen potenziellen Wirkungen beruhen zum Teil auf seiner strukturellen Ähnlichkeit mit CBD und seiner längeren Seitenkette. Es wäre jedoch unvorsichtig zu behaupten, dass es beim Menschen „um ein Zehnfaches“ stärker auf die CB1- und CB2-Rezeptoren wirkt. Die verfügbaren Daten stammen noch hauptsächlich aus präklinischen oder In-vitro-Studien, was bedeutet, dass sie keine Rückschlüsse auf zuverlässige, messbare und reproduzierbare Wirkungen bei Konsumenten zulassen.
Diese Nuance ist entscheidend für die Erstellung seriöser Inhalte: CBD verdient die Aufmerksamkeit der Forscher, sollte jedoch nicht als Wundermolekül oder als vollkommen beherrschbare Substanz dargestellt werden.
Welche möglichen Wirkungen hat CBDP?
Die Wirkungen von CBDP gehören heute zu den sensibelsten Themen. Zahlreiche Online-Beiträge schreiben ihm entspannende, angstlösende, schmerzstillende, entzündungshemmende oder neuroprotektive Wirkungen zu. Manche sprechen sogar von intensiveren Empfindungen als bei CBD. Dennoch ist Vorsicht geboten: Die meisten dieser Behauptungen beruhen auf Extrapolationen, vorläufigen Beobachtungen oder Vergleichen mit anderen Cannabinoiden.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist es zutreffender, von Forschungsansätzen statt von nachgewiesenen Wirkungen zu sprechen. Die vorliegenden Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass CBD interessante Wechselwirkungen mit verschiedenen biologischen Systemen aufweisen könnte, doch es fehlen noch fundierte klinische Studien am Menschen, um seine Wirksamkeit, Dosierung, Verträglichkeit, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und sein Sicherheitsprofil zu bestätigen.
Die wichtigsten Ansätze, die im Allgemeinen genannt werden, betreffen:
Die Beeinflussung von Entzündungsprozessen. Wie CBD könnte auch CBDP hinsichtlich seiner möglichen Rolle bei bestimmten Entzündungsmechanismen untersucht werden. Es kann jedoch nicht als bewährtes entzündungshemmendes Mittel dargestellt werden.
Die Schmerzwahrnehmung. Bestimmte Cannabinoide können Signalwege beeinflussen, die an der Schmerzverarbeitung beteiligt sind. CBDP könnte daher für die präklinische Forschung im Bereich der Schmerzlinderung von Interesse sein, doch zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich noch keine eindeutigen medizinischen Schlussfolgerungen ziehen.
Angstzustände und Stimmung. In der Literatur zu Cannabinoiden werden Wechselwirkungen mit bestimmten Nicht-Cannabinoid-Rezeptoren, insbesondere serotonergen Rezeptoren, diskutiert. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass CBD Angstzustände behandelt.
Neuroprotektion. Das neuroprotektive Potenzial wird häufig im Zusammenhang mit verschiedenen Cannabinoiden erwähnt, doch auch hier handelt es sich um ein Forschungsgebiet und nicht um einen therapeutischen Nachweis, der auf den Konsumenten anwendbar ist.
Der Entourage-Effekt. CBD könnte theoretisch an Wechselwirkungen mit anderen Hanfverbindungen beteiligt sein, doch der Entourage-Effekt lässt sich nach wie vor nur schwer genau messen und hängt stark von der tatsächlichen Zusammensetzung des Produkts ab.
Man sollte sich daher am besten eine einfache Erkenntnis merken: CBD ist ein wissenschaftlich interessantes Molekül, über das jedoch noch nicht genug bekannt ist, um seine Wirkungen mit Sicherheit beschreiben zu können.
Ist CBD psychoaktiv?
Die Frage nach der psychoaktiven Wirkung von CBDP taucht häufig auf, da es manchmal als ein „stärkeres“ Cannabinoid als CBD dargestellt wird. Hier muss man zwischen verschiedenen Begriffen unterscheiden.
Eine psychoaktive Verbindung ist eine Substanz, die die Funktionsweise des Gehirns, die Stimmung, die Wahrnehmung oder den Wachheitszustand beeinflussen kann. THC ist psychoaktiv und psychotrop, da es die Wahrnehmung verändern, ein Gefühl der Euphorie hervorrufen, die Reflexe beeinträchtigen und unerwünschte Wirkungen hervorrufen kann. CBD hingegen gilt nicht als psychotrop im Sinne von THC: Es löst keine vergleichbare Intoxikation aus und erzeugt nicht die gleiche Art von euphorisierender Wirkung.
Was CBDP betrifft, so sind die Daten aus Studien am Menschen zu begrenzt, um sein psychoaktives Profil eindeutig zu bestimmen. Es als „nicht psychoaktiv“ zu bezeichnen, wäre daher zu kategorisch. Es als „THC-gleichwertig“ darzustellen, wäre ebenfalls übertrieben. Die präziseste Formulierung lautet, dass sein Wirkungsprofil beim Menschen nach wie vor unzureichend dokumentiert ist und dass jedes neu entdeckte Cannabinoid-Molekül mit Vorsicht behandelt werden muss, insbesondere wenn es konzentriert, isoliert oder mit anderen Verbindungen kombiniert ist.
Diese Vorsicht ist umso wichtiger, als die französischen Gesundheitsbehörden ihre Überwachung der auf dem Markt erschienenen neuen Cannabinoide verstärkt haben, insbesondere aufgrund von Meldungen über unerwünschte Wirkungen bei bestimmten Produkten, die synthetische Cannabinoide oder unzureichend kontrollierte Moleküle enthalten. Die ANSM hat insbesondere mehrere Cannabinoide ab dem 3. Juni 2024 aufgrund von Gesundheitsrisiken und Suchtgefahr in die Liste der Betäubungsmittel aufgenommen, darunter H4-CBD, H2-CBD, HHCPO, THCP und THCA.
CBDP vs. CBD: Welche Unterschiede sollte man beachten?
Der Unterschied zwischen CBD und CBDP liegt in erster Linie in ihrer Struktur. CBD besitzt eine Pentyl-Seitenkette, während CBDP eine Heptyl-Seitenkette aufweist. Diese Abweichung erklärt seinen Namen und sein wissenschaftliches Interesse.
Der für den Verbraucher wichtigste Unterschied betrifft jedoch den Umfang des verfügbaren Wissens. CBD kann auf eine wesentlich längere Erfahrungsgeschichte zurückblicken. Es ist der breiten Öffentlichkeit bekannt, wird seit langem erforscht, ist in vielen Ländern gesetzlich geregelt und wird in Produkten verwendet, deren Rückverfolgbarkeit durch Laboranalysen überprüft werden kann.
CBDP hingegen ist nach wie vor ein seltenes Cannabinoid. Es wurde erst vor kurzem in der Natur nachgewiesen, die Daten aus Studien am Menschen sind begrenzt, und sein tatsächliches Wirkprofil hängt stark von der Qualität des Produkts, seiner Zusammensetzung, seiner Reinheit und dem möglichen Vorhandensein anderer Cannabinoide ab.
Das lässt sich also wie folgt zusammenfassen:
CBD ist das führende Cannabinoid auf dem Wellness-Markt, da es bekanntermaßen keine psychotrope Wirkung hat und klarer reguliert ist.
CBDP ist ein neuartiges Cannabinoid, das chemisch dem CBD ähnelt, jedoch noch wenig erforscht und wissenschaftlich wesentlich schwieriger zu bewerten ist.
Diese Unterscheidung ist von grundlegender Bedeutung, um marketingtechnische Vereinfachungen zu vermeiden.
CBD vs. THC: Vorsicht vor irreführenden Vergleichen
Ein Vergleich von CBD mit THC kann helfen, bestimmte Unterschiede zu verstehen, doch dieser Vergleich sollte mit Vorsicht gehandhabt werden. THC ist der wichtigste psychoaktive Wirkstoff in Cannabis. In Frankreich wird es als Betäubungsmittel eingestuft, sobald es die zulässigen Grenzwerte überschreitet, und es ist für die bei Freizeit-Cannabis angestrebten Rauschwirkungen verantwortlich.
CBD hingegen ist nicht mit THC gleichzusetzen. Seine Struktur ist anders, seine Wirkungsweise scheint sich zu unterscheiden, und sein wissenschaftlicher Status ist nicht vergleichbar. Man darf es daher nicht direkt mit THC gleichsetzen oder behaupten, dass es dieselben Wirkungen hervorruft. Allerdings muss man anerkennen, dass die neuen Cannabinoid-Konzentrate ein Sicherheitsrisiko darstellen, wenn sie unzureichend dokumentiert, falsch dosiert oder nicht ausreichend analysiert sind.
Der Gerichtshof der Europäischen Union hat im Jahr 2020 in der Rechtssache „Kanavape“ festgestellt, dass CBD angesichts der vorliegenden Erkenntnisse über seine Wirkungen nicht als Betäubungsmittel einzustufen sei. Diese Entscheidung betrifft jedoch nur CBD und nicht automatisch alle neuen Cannabinoide, die danach auf den Markt gebracht wurden.
CBDP vs. THCP: Zwei Moleküle, die im gleichen Zusammenhang entdeckt wurden
CBDP und THCP werden oft gemeinsam genannt, da sie im selben wissenschaftlichen Kontext identifiziert wurden. Beide sind Heptyl-Homologe, d. h. Moleküle mit einer Seitenkette aus sieben Kohlenstoffatomen. THCP ist das Homolog von THC, während CBDP das Homolog von CBD ist.
Diese Ähnlichkeit bei der Entdeckung bedeutet nicht, dass ihre Wirkungen identisch sind. THCP hat insbesondere aufgrund seiner in vitro beobachteten hohen Affinität zum CB1-Rezeptor Aufmerksamkeit erregt. CBDP hingegen scheint der pharmakologischen Wirkweise von CBD viel näher zu kommen, auch wenn sein Profil dennoch eigenständig bleibt.
Aus Sicht der französischen Rechtsvorschriften gehört THCP zu den Cannabinoiden, die von den von der ANSM für 2024 angekündigten Verboten betroffen sind. CBDP wird in der eingesehenen Mitteilung der ANSM nicht in gleicher Weise erwähnt, doch lässt sich daraus nicht automatisch auf eine allgemeine und dauerhafte Zulassung schließen. Der Status eines Moleküls kann von seiner Struktur, seiner Herkunft, seiner Herstellungsmethode, seiner Konzentration, seiner kommerziellen Aufmachung, seinem angegebenen Verwendungszweck und der Entwicklung der gesetzlichen Verzeichnisse abhängen.
Ist CBD in Frankreich legal?
Die Rechtslage bezüglich CBDP muss mit größerer Vorsicht behandelt werden als die bezüglich herkömmlichen CBD. In Frankreich können CBD-haltige Produkte vom allgemeinen Betäubungsmittelverbot ausgenommen werden, wenn sie die im Erlass vom 30. Dezember 2021 festgelegten Bedingungen erfüllen, insbesondere die Verwendung zugelassener Sorten von Cannabis sativa L. und einen THC-Gehalt von höchstens 0,3 %.
Der Staatsrat hob im Jahr 2022 zudem das generelle Verkaufsverbot für Hanfblüten und -blätter mit geringem THC-Gehalt auf, wobei er insbesondere die Auffassung vertrat, dass CBD nicht mit einem Betäubungsmittel gleichgesetzt werden könne, da es keine mit THC vergleichbare psychotrope Wirkung aufweise.
Diese Aspekte betreffen jedoch hauptsächlich den Rahmen für CBD und Hanf mit geringem THC-Gehalt. Bei CBDP ist die Situation technisch komplexer. Derzeit sollte man es vermeiden, ohne eine spezifische rechtliche Analyse zu schreiben: „CBDP ist in Frankreich vollkommen legal“. Eine sicherere Formulierung wäre:
„Das CBDP ist derzeit nicht so klar geregelt wie herkömmliches CBD. Vor jeder Vermarktung oder Formulierung muss sein Status im Hinblick auf die geltenden französischen Rechtsvorschriften, die Entscheidungen der ANSM, sein Herstellungsverfahren, seine Reinheit, seinen THC-Gehalt und die vollständige Zusammensetzung des Endprodukts überprüft werden.“
Warum Laboruntersuchungen unverzichtbar sind
Angesichts der neuen Cannabinoide gewinnt die Rückverfolgbarkeit zunehmend an Bedeutung. Ein Produkt, das als CBDP-haltig beworben wird, sollte idealerweise von unabhängigen Analysen begleitet sein, aus denen Folgendes hervorgeht:
der genaue CBD-Gehalt;
der THC-Gehalt;
das mögliche Vorhandensein anderer Cannabinoide;
das Fehlen von Schadstoffen;
das Fehlen von Lösungsmittelrückständen;
die mikrobiologische Konformität;
die Stabilität des Endprodukts.
Diese Anforderung ist nicht nur wirtschaftlicher Natur. Sie dient auch dem Schutz der öffentlichen Gesundheit. Die französischen Behörden haben bereits vor Produkten gewarnt, die als CBD-haltig verkauft werden, deren Zusammensetzung jedoch von den angegebenen Werten abweicht – manchmal mit THC-Gehalten, die über dem gesetzlichen Grenzwert liegen, oder mit synthetischen Cannabinoiden.
Für einen Verbraucher ist ein Laborbericht daher nicht nur ein einfaches technisches Dokument. Er ist ein Instrument zur Überprüfung. Er ermöglicht es, ein geprüftes Produkt von einem Produkt mit ungewisser Herkunft zu unterscheiden, insbesondere auf einem Markt, auf dem neue Wirkstoffe rasch auf den Markt kommen.
CBD und Sicherheit: Wichtige Vorsichtsmaßnahmen
Da es nur wenige Informationen zu CBDP gibt, sind strengere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich als bei herkömmlichem CBD. Es darf nicht als medizinische Lösung, Behandlung oder anerkannte therapeutische Alternative dargestellt werden. Personen, die sich in ärztlicher Behandlung befinden, schwangere oder stillende Frauen sowie Personen mit neurologischen, kardiovaskulären oder psychiatrischen Erkrankungen sollten vor jeder Einnahme von Cannabinoiden ärztlichen Rat einholen.
Es sei auch daran erinnert, dass Cannabinoide Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten haben können, insbesondere über die Leberenzyme, die am Stoffwechsel zahlreicher Substanzen beteiligt sind. Selbst wenn das Produkt keinen THC-Gehalt über dem gesetzlichen Grenzwert aufweist, ist Vorsicht geboten.
Schließlich darf kein Molekül, das die Aufmerksamkeit beeinträchtigen könnte, beim Autofahren, beim Bedienen von Maschinen oder in Situationen, die erhöhte Aufmerksamkeit erfordern, eingenommen werden. In Frankreich birgt das Autofahren nach dem Konsum von Substanzen, die zu einer Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit führen können, erhebliche rechtliche und sicherheitsrelevante Risiken, insbesondere wenn THC nachgewiesen wird.
Hat CBDP eine Zukunft in der Cannabinoidforschung?
Das CBDP veranschaulicht perfekt die aktuelle Entwicklung der Cannabisforschung. Lange Zeit lag der Fokus auf THC und CBD. Heute interessieren sich Forscher verstärkt für seltene Cannabinoide, natürliche Analoga, Terpene, Flavonoide und die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Verbindungen.
Diese Entwicklung bedeutet nicht, dass jedes neue Molekül zu einem wichtigen Bestandteil des Marktes werden wird. Einige werden weiterhin Gegenstand der Forschung bleiben. Andere könnten mit der Zeit besser verstanden werden. Wieder andere könnten strengen Auflagen unterliegen, wenn sie Risiken bergen oder ihre Herstellungsweise gesundheitliche Bedenken aufwirft.
CBD verdient daher einen ausgewogenen Ansatz. Man sollte es weder ignorieren noch überschätzen. Sein wissenschaftlicher Wert ist unbestritten, doch solange die Daten aus Studien am Menschen begrenzt sind, ist bei seiner kommerziellen Nutzung Vorsicht geboten.
Das Wichtigste zum CBDP
CBDP, auch Cannabidiphorol genannt, ist ein seltenes Cannabinoid, das 2019 als natürliches Phytocannabinoid identifiziert wurde. Es ist dem CBD ähnlich, weist jedoch eine längere Seitenkette auf, was bestimmte biologische Wechselwirkungen beeinflussen könnte.
Im Gegensatz zu CBD ist es bislang noch wenig erforscht. Die ihm zugeschriebenen Wirkungen sollten daher als Forschungsansätze und nicht als gesicherte Erkenntnisse dargestellt werden. Die verfügbaren Daten stammen hauptsächlich aus vorklinischen Studien oder In-vitro-Untersuchungen, was bei der Interpretation große Vorsicht erfordert.
Aus rechtlicher Sicht darf der Rechtsrahmen für klassisches CBD nicht mit dem für alle neu aufkommenden Cannabinoide verwechselt werden. Für CBD gilt in Frankreich ein klarer Rechtsrahmen unter strengen Auflagen, insbesondere die Einhaltung des THC-Grenzwerts von 0,3 %. CBDP hingegen erfordert eine spezifische behördliche Prüfung, bevor es in Verkehr gebracht oder beworben werden darf.


